Hüttwilen-Uerschhausen - Horn

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Hüttwilen-Uerschhausen

Place name

Horn

Type of site

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admin

Last update

Thu, 02/19/2015 - 17:16

Responsible for site

Amt für Archäologie
Irene Ebneter
Schlossmühlestrasse 15a
8500 Frauenfeld

Administrative contact

Amt für Archäologie Schlossmühlestrasse 15a CH - 8510 Frauenfeld
Extension (ha): 
2,66
Height above sea level (m): 
435,00

Map of pile dwelling sites

Dating text

see German version (no translation available). / Schnurkeramik (typologisch; C14 Daten: 2900–2495 v.Chr. beziehungsweise 2880–2495 v.Chr. kalibriert); Spätbronzezeit (HaB3) typologisch und dendrochronologisch (zwischen 870 und 850 v.Chr.). Zudem eisenzeitliche Siedlungsstrukturen (nach 635 v.Chr.).

Description

see German version (no translation available). / Schon im 19. Jahrhundert vermutete man prähistorische Siedlungen am Nussbaumersee, 1930 gab es auf der Halbinsel Horn erste konkrete Hinweise auf Pfahlbauten. Während des 2. Weltkrieges wurde der Seespiegel abgesenkt, um mehr Ackerland zu gewinnen. Das Amt für Archäologie des Kantons Thurgau legte von 1985 bis 1990 ein schnurkeramisches Grubenhaus sowie Teile des spätbronzezeitlichen Dorfes frei. Während sechs Grabungskampagnen wurde etwa ein Fünftel der Siedlungsfläche erfasst. Das Dorf hatte ursprünglich über 100 Häuser. Diese waren mit 10 bis 25 m² Innenfläche relativ klein. Es gab Block- und Bohlenständerbauten, die auf hölzernen Unterzügen und Lehmböden auflagen. Diese Unterbauten waren je nach Baugrund einfach bis mehrlagig gelegt. Als Bauholz wurden vor allem Eiche und Erle verwendet. Das Dorf lässt sich in zwei unterschiedliche Siedlungshälften aufteilen. Einzelne Häuser im Norden waren locker verteilt, die südlich gelegenen dagegen in Zeilen ausgerichtet. Eine grosse, unbebaute Fläche inmitten des Dorfes diente als Versammlungsort oder Viehpferch. Ein Zaun wurde nicht entdeckt. Ökologische und ökonomische Probleme (Seespiegelanstieg) waren verantwortlich, dass das Dorf verlassen wurde. Nach einem Unterbruch von 130 bis 150 Jahren lässt sich am Südosttrand der Halbinsel eine eisenzeitliche Besiedlung fassen. Diese ist bisher nur kleinräumig untersucht worden. Es handelte sich um eine bescheidene Dorfanlage, die nach 635 v.Chr. aufgelöst wurde. Es fanden sich über 1800 kg Keramikfragmente, die in die späteste Bronzezeit (HaB3) datieren. Davon konnten viele zu ganzen Gefässen zusammengesetzt werden. Konische Schalen machen einen Drittel der bestimmbaren Formen aus; geschweifte und kalottenförmige Schalen sind dagegen weniger häufig. Gewisse Gefässe weisen plastische Verzierungen und Bemalungen auf. An Kleinfunden sind zu erwähnen: Bronzegegenstände (Nadeln, Messer, Meissel), Perlen aus Glas und Gagat, Geweih-, Ton- und Steinobjekte (Spinnwirtel, Fadenspulen, Klopfsteine) sowie ein reiches Silexinventar (Pfeilspitzen, Messer).

Bibliography comment

Hasenfratz/Schnyder1998; Gollnisch-Moos 1999; Nagy 1997; Benguerel et al. 2010.