Nidau - Steinberg

Country/Area

Community

Nidau

Place name

Steinberg

Type of site

Pile Dwelling Site (PD / S3)

Last edited by

admin

Last update

Thu, 02/19/2015 - 17:15

Responsible for site

Archäologischer Dienst des Kantons Bern
Adriano Boschetti : adriano.boschetti@erz.be.ch
Brünnenstrasse 66
3001 Bern

Administrative contact

Archäologischer Dienst des Kantons Bern Brünnenstrasse 66, Postfach 5233 CH - 3001 Bern
Extension (ha): 
1,80
Height above sea level (m): 
428,00

Map of pile dwelling sites

Dating text

see German version (no translation available). / Aus der Sondierung von 1999 liegen dendrochronologische Daten aus der Zeitspanne zwischen 961 und etwa 850 v. Chr. (HaB2 spät/HaB3) vor. Neolithische Altfunde datieren typologisch in die Zeit um 2750 v.Chr.

Description

see German version (no translation available). / Die Fundstelle Nidau - Steinberg zählte in der Anfangszeit der Pfahlbauforschung zu den bekanntesten Seeufersiedlungen der Schweiz. Sie befindet sich am natürlich Ausfluss des unteren Bielersees. Ein erster schriftlicher Niederschlag ist von 1768 bekannt, eine erste Kartierung erfolgte bereits 1811, also gut 40 Jahre vor der ersten Publikation der 'Pfahlbauberichte' F. Kellers. Nidau - Steinberg wurde vor allem von den lokalen Pionieren E. Müller und F. Schwab 'ausgebeutet' und geriet aber nach deren Tod schon ab den 1860er Jahren wieder in Vergessenheit. Moderne archäologische Aktivitäten sind nur mit den Sondierbohrungen der Bestandesaufnahme von 1986 und einer Sondiergrabung im Jahre 1999 zu melden. Die Fundstelle liegt heute mitten im Bieler Strandbad. Aufgrund der völligen Umgestaltung des Areals (nach 1920) galt sie lange Zeit als vollständig zerstört. Die Erkenntnisse aus den Bohrungen und der Sondiergrabung bestätigen das Fehlen von intakten Kulturschichten. Über dem (teilweise) noch intakten Pfahlfeld befindet sich eine etwa 0.5 m mächtige moderne Sandüberdeckung. Die grosse Bedeutung der Fundstelle liegt heute vor allem in einem immensen Fundmaterial in den Museen. Aus dem 19. Jahrhundert liegen mehr als 1300 aufgesammelte Bronzeobjekte vor. Besonders häufig sind Schmuckobjekte wie Nadeln und Armringe, aber auch Waffen und Werkzeuge. Unklar ist, ob die Fundstelle Nidau - Steinberg 'nur' die Überreste einer Siedlung repräsentiert oder ob nicht auch ein Opferplatz vorliegt. Die Lage am Seeausfluss der Zihl und damit an einem wichtigen Flussübergang legt diesen Verdacht zumindest nahe. In unmittelbarer Nähe befinden sich die zeitgleichen Fundstellen Nidau - Neue Station und Biel-Vingelz - Insel. Die endneolithischen Altfunde, die von Nidau - Steinberg bekannt sind, könnten auch bereits vom Strandboden stammen. Der Übergang zwischen diesen Fundstellen dürfte fliessend sein.

Bibliography comment

Ischer 1928, 160-165; Winiger 1989, 46-51; Hafner 2001; Hafner 2005, 95-96.