Seewalchen am Attersee - Seewalchen I + II

Country/Area

Community

Seewalchen am Attersee

Place name

Seewalchen I + II

Type of site

Pile Dwelling Site (PD / S3)

Last edited by

Cyril Dworsky

Last update

Mon, 04/27/2015 - 16:45

Responsible for site

Kuratorium Pfahlbauten
UNESCO-Welterbe Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen
Mag. Henrik Pohl - Site Management Oberösterreich
Gemeindeamt Attersee am Attersee
Nußdorfer Straße 15
4846 Attersee
Österreich
e-mail: pohl@pfahlbauten.at

Administrative contact

Bundesdenkmalamt Abteilung für Bodendenkmäler Hofburg, Säulenstiege A - 1010 Wien
Extension (ha): 
0,00
Height above sea level (m): 
469,00

Map of pile dwelling sites

Dating text

see German version (no translation available). / Datierung aufgrund des Fundmaterials ins Neolithikum und in die Bronzezeit datiert: (Seewalchen I+II sind die fundreichsten Stationen aller Attersee Stationen): Steingeräte, Silices, Keramik, Tierknochen und Geweihreste; Bronzen (Nadeln, Anhänger, Geräte).

Description

see German version (no translation available). / Die beiden seit fast 150 Jahren bekannten Fundorte Seewalchen I und II bezeichnen eine lange, breite und sehr flache Uferplatte, die sich von der sog. Villa Paulick über den Ausfluss des Attersees in Richtung Schloss Kammer erstreckt und dort auf die Station Kammer 1 trifft. Aufgrund dieser weiten Ausdehnung konnte im Rahmen der Kurzinventarisation erwartungsgemäß nur ein grober Überblick über die Situation gewonnen werden. Detailaufnahmen sind für eine exaktere Kenntnis des untersten Atterseebeckens unbedingt anzustreben. Die durchweg gemauerte und vornehmlich breit geschüttete Uferzone ist teilweise dicht mit Bootshütten und Stegen verbaut, seeabwärts folgen am linken Ufer das Freibad Seewalchen, eine Segel- und Wasserschischule, die Uferpromenade und die Anlegestelle der Atterseeschifffahrt. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass im gesamten beschriebenen Gebiet offenliegende bzw. überdeckte (Seekreide, Schlick, Steinpackung) Kulturschicht(en), erodiertes Fundmaterial sowie Pfähle ohne eindeutige, „fundleere“ Zonen dazwischen beobachtet werden konnten. Es ist demnach gewiss mit einer Vielzahl von Siedlungen unterschiedlicher Zeitstufen (neolithisch/bronzezeitlich) und keinesfalls, wie so oft angenommen, mit einem einheitlichen Siedlungskomplex zu rechnen. Bedauerlicherweise ist die fortschreitende Zerstörung dieser prähistorischen Dorfruinen besonders augenscheinlich: Der natürliche Abtrag der Kulturschichten im Bereich des Agerausflusses wird durch Schleuseneinbauten verstärkt, Baggerungen und Leitungsgräben führen zu einem zusätzlichen Denkmälerverlust. Im weiten Umfeld der Schiffsanlegestelle Seewalchen haben tiefe Schneisen den Seegrund durchzogen, das An- und Ablegen der Schiffe hat dort bereits zu schwersten Ausschwemmungen geführt. Im Freibad von Seewalchen stehen die Badenden direkt auf freiliegenden Fundschichten, die Ausbaggerung der dortigen Sprungturmgrube hat zudem einen 20 x 20 m großen Krater in der Seeufersiedlung hinterlassen und alle darin verborgenen archäologischen Informationen unwiederbringlich vernichtet. Zahlreiche Bojenketten scheuern riesige Trichter in den Seegrund und aufgeschüttete Ufer bzw. Kaimauern begünstigen die Erosion der noch vorhandenen deckenden Schutzschichten.

Bibliography comment

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